Unterwegs mit der Leica M9

Leica M-Kameras waren und sind das Werkzeug großer Foto-Legenden wie Henry Cartier Bresson, Robert Capa oder dem Zeitgenossen Alex Majoli.

Leica M-Kameras sind durch diese großen Meister des Fachs selbst zu Legenden geworden. Der Schritt von der analogen zur digitalen Fotografie war jedoch für Leica nicht ganz unproblematisch. Die erste digitale M-Kamera, die Leica M8, hatte einige Startschwierigkeiten, bevor sie als kompetentes Bilderwerkzeug Anerkennung fand. Eines der zentralen Probleme der M8 war die recht dürftige Leistung bei hohen ISO-Werten. Erst mit einigen Firmware-Updates konnte dieses Problem weitestgehend ausgeräumt werden. Und auch die Brennweitenverschiebung durch den APS-H-Sensor erfreute nur wenige Leica-Fans.
Heute ist die M8 mit ihrer aktuellen Firmware ein Gebrauchtschnäppchen, das hervorragende Bilder mit der Leica eigenen Stimmung liefert: Hohe Brillianz, hohe Schärfe, hohe Detailtreue.

Im Gegensatz zur M8 startete ihre Nachfolgerin, die M9, famos in den Markt. Sie löste alle Probleme der M8: Sie besitzt einen Vollformatsensor, liefert auch bei höheren ISO-Werten sehr gute Bilder und benötigt auch keine UV-IR-Sperrfilter, um die richtigen Farben abzubilden. Mittlerweile ist die M9 auch als M9P mit kratzfestem Saphirkristall-Display und etwas schlichterem Äußeren zu haben.

Wir haben die M9 mit auf Tour genommen und wollten wissen, ob dieses klassische Kamerakonzept in der heutigen Zeit wirklich noch funktioniert.

 

Erste Berührung in Graz

Wer eine M9 in die Hand nimmt, weiß, dass er oder sie keine alltägliche Kamera in der Hand hält. Das Gewicht und die Form ist in der digitalen Welt einzigartig. Einmal ans Auge gesetzt, offenbart die M9 ihren hervorragenden, hellen, großen Messsucher. Darin eingespiegelt findet der Fotograf Sucherrahmen entsprechend der Brennweite, die er an die Kamera gesetzt hat. Der große Vorteil dieser Konstruktion wird spätestens bei den ersten bewegten Bildern deutlich: Dadurch, dass ein Bereich auch außerhalb des aufzunehmenden Bildes im Sucher sichtbar ist, kann schnell auf Entwicklungen außerhalb des Bilds reagiert werden. Hier nimmt die M9 nahezu eine Alleinstellung unter den Kameras ein. Digitale Spiegelreflexkameras, spiegellose Systemkameras oder Kompaktkameras zeigen - mit Ausnahme einiger weniger - nur den Bildausschnitt, der aufgenommen wird und eröffnen so nicht die Möglichkeit, auf Entwicklungen außerhalb des Bildfeldes zu reagieren.

Die große Herausforderung beim Arbeiten mit der M9 ist sicher das manuelle Scharfstellen. Mit Belichtungsmessung und Zeitautomatik ausgestattet ist die M9 auch von ungeübten Fotografen zu bedienen. Aber ohne Autofokus auszukommen und dabei auch noch schnell, intuitiv und exakt zu arbeiten, das braucht Übung.

Die M9 bietet allerdings eine durchdachte Hilfe bei der Scharfstellung: ihren Mischbildsucher. Dabei werden während des Scharfstellens zwei Bilder der Mitte des Bildausschnitts übereinandergelegt. Wenn sie schließlkich exakt übereinstimmen, ist das Bild in diesem Bereich scharf. Das braucht aber gute Augen oder eine gute Brille, denn bei hoch geöffneter Blende ist schnell unscharf, was scharf geglaubt wurde.

Für schnelles Fokussieren sei hier der Trick geübter Leica-M-Fotografen genannt: gefühlsmäßig bereits ungefähr auf die Entferung des Objektes vorfokussieren und dann nur noch die letzte Feineinstellung im Sucher machen.

Uns wurde schnell klar: Die M9 kann in ihrer Einfachheit intuitiv, aber nie richtig schnell bedient werden. Dieser Hang zur Überlegtheit, den die Kamera fordert, liefert aber auch eine höhere Quote an guten Fotos - man nimmt sich Zeit zum Denken und lässt das Knipsen fröhlich zurück.
Wer findet, dass er oder sie zuviel knipst und zuviele Bilddateien ohne Wert ansammelt, für den ist eine M9, oder auch die ältere M8, eine zielführende Therapie.

 

Auf nach London!

Nachdem wir uns ein wenig mit der M9 verraut gemacht hatten (was sehr schnell ging) und ein wenig zu fokussieren geübt hatten, haben wir uns zwei Objektive geschnappt und sind nach London geflogen, um mit der M9 Tag und Nacht durch die Stadt zu ziehen. Die Auswahl der Objektive spricht für unseren Mut und unserem Hang zu geringer Tiefenschärfe: Wir nahmen ein Leica Summicron-M 35/2 Asph. und ein Voigtländer Nokton 50/1.1 mit und waren besonders neugierig, ob wir es schaffen würden bei Blende 1.1 auch richtig zu fokussieren. Das Ergebnis gleich vorweg: Es war ein "Hit & Miss" Spiel, einmal gelang es, einmal nicht. Dass wir am rechten Auge "schwachsichtig" sind, hat sicher nicht zu unserer Trefferquote beigetragen...

Eigentlich wollen wir Ihnen gar nicht mehr viel über unsere Zeit mit der M9 erzählen, sondern Ihnen lieber zeigen, was wir mit ihr hervorgebracht haben. Zwei Dinge seien aber erwähnt: Die Bildqualität hat uns bei niedrigen und hohen ISO-Werten begeistert. Und: Wir waren rund ein Monat nach unserer M9-Reise wieder in London - mit einer digitalen Spiegelreflexkamera und zwei kompakten Festbrennweiten - und bei jedem Bild hat uns die M9 gefehlt. Sie ist unser liebstes Reportage-, Reise- und Street-Fotografie-Werkzeug. Nur eine M9P könnte dieses Gefühl jetzt noch toppen.

Im Folgenden einige Bilder von unseren Momenten mit der M9. Zum Vergrößern klicken Sie diese bitte einfach an! Und wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, sich eine M9 zuzulegen, dann kommen Sie in die Leica Boutique von Digital Camera Graz oder bestellen Sie online hier!

 

 

Und plötzlich gab es einen Menschenauflauf an der Southbank: André Rieu spielte mit seinem Orchester ein Video ein:

 

Alle Fotos (C) Wolfgang Spekner 2010




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